Zweites Buch

8  DER STERN DES BUNDES

ZWEITES BUCH 8201-30

Hier steht freunde des Dichters im mittelpunkt die ihm viel bedeuteten nachdem er sich von den kosmikern gelöst und abstand zum tod Kronbergers (1904) gewonnen hatte.

8201 BREIT’ IN DER STILLE DEN GEIST

Die gedichte der ersten zehnergruppe beziehen sich auf Ernst Morwitz. Der siebzehnjährige gymnasiast hatte im august 1905 an George geschrieben und ein eigenes gedicht beigelegt. Es dauerte nur monate bis er Georges zuneigung gewann aber fünf jahre bis er George duzen durfte. Nach dem studium der rechtswissenschaften und der dissertation führte Morwitz’ karriere ihn bis zum richter am Berliner Kammergericht. Nach dem berufsverbot 1935 ging er kurz vor der pogromnacht 1938 in die USA und arbeitete als instructor und lecturer an verschiedenen universitäten. Zudem übersezte er Georges werke ins englische · ebenso Homer und überhaupt werke der griechischen mythologie. Er starb 1971 bei einem seiner seit 1954 jährlich durchgeführten besuche in Europa wie George im krankenhaus Sant’Agnese in Locarno. Bemerkenswert ist sein zeitlebens unbürgerlicher lebensstil. In seiner abneigung gegen alle besitztümer übertraf er sogar George selbst. Streng vermied er nicht notwendige kontakte zu menschen die sich nicht an George orientierten · stand aber immer im austausch mit seinen ihm immer noch verbundenen schülern. Seine lezten fünfzehn jahre verbrachte er in New York · lebte in hotelzimmern arbeitete an den George-kommentaren und ass - auch wenn ihn die durch die Bundesrepublik zuerkannte pension eines Senatspräsidenten finanziell unabhängig machte - am liebsten in schnellrestaurants die so nüchtern waren wie er selbst. 

Dass der angesprochene seinen unentwegt nüchternen verstand einmal zur ruhe in die nacht hinausschicken möge um sich so von einengenden konventionen zu befreien und für die stimme des Eros in ihm selbst zugänglicher zu werden ist der wunsch den der sprecher an ihn heranträgt. Es dürfte gerade dieser befreiende anstoss gewesen sein der Morwitz’ dankbarkeit gegenüber George begründete. 

8202 Entbinde mich vom leichten eingangsworte

8203 Auf der brust an deines herzens stelle

8204 Mich den finstren musst du fesseln

8205 Heilige nacht von Ihm befohlen

8206 Er ist Helle . .  wenn er leuchtet

8207 Wenn meine lippen sich an deine drängen

8208 Die uns nur eignet: dein und meine runde

8209 Du kamst zu mir aus einem vollen leben

8210 Was gelitten ist beschwichte !

8211 WER SEINES REICHTUMS UNWERT IHN NICHT NÜZT

8212 Selbst nicht wissend was ich suchte

8213 Du hast empfangen hast gegeben

8214 Da ich mit allen fibern an dir hänge

8215 Was kann ich mehr wenn ich dir dies vergönne?

8216 Was ist geschehn dass ich mich kaum noch kenne

8217 Du nennst es viel dass du zu eigen nimmst

8218 Was einst verhohlen quälte ward entschleiert

8219 Wie man zurücksieht nach dem klippensteg

8220 Mir sagt das samenkorn im unter schacht:

8221 ÜBER WUNDER SANN ICH NACH 

8222 Rückgekehrt vom land des rausches

8223 Ist dies der knabe längster sage

8224 Wenn holde freiheit kehrt und holder friede

8225 Vor-abend war es unsrer bergesfeier

8226 Dem Lenker dank der mich am künftigen tag

8227 Der trunkne Herr des Herbstes sprach mir so:

8228 Ich weiss nicht ob ich würdig euch gepriesen

8229 Die einen lehren: irdisch da - dort ewig . .

8230 Wo sind die perlen süsse zähren

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